We had an interview with Manuel Agostinho for Funkhaus Europa about our new EP Saudadich, about missing places and how music awake our feelings! Here you can read and hear the interview… in german only 😉

 

Lokalmatador – San ImaSaudade made in Berlin

Von Manuel Agostinho

Die Berliner Band San Ima experimentiert auf ihrer aktuellen EP mit dekonstruiertem Bossa Nova und Elektropop. “Broken Bossa” nennen die Vier ihren eigenen Stil, der passend zur Jahreszeit auf ihrer neuen EP “Saudadich” recht melancholisch ausfällt.


Wie ist San Ima entstanden?

Wir sind alle Ausländer in Berlin, aber auch in unserer ursprünglichen Heimat, weil Berlin ist inzwischen auch unsere Heimat. Wir haben uns alle durch Zufall kennengelernt und San Ima ist unser Baby. Schon der Name ist eine Mischung von verschiedenen Kulturen. Also “San” bedeutet Heiliger und “Ima” heißt jetzt, im Japanischen. Und wir wollten den Moment verehren.

Wie empfindest Du dein neues Projekt im Vergleich zu deiner DJ-Zeit?

Ich bin 2002 nach Berlin gekommen und ich war ein bisschen auf der Suche nach Freiheit, Abenteuer und fand Berlin ganz spannend, weil ich war in der elektronischen Musikszene aktiv. Ich fand Berlin toll, ich musste hier leben. Aber klar, mit der Band ist es eine andere Ausdrucksweise. Ich finde, da ist vielmehr auch von mir dabei. Platten auflegen ist total schön, aber in dieser Musik kann ich endlich mal was ganz Eigenes machen.

Für eure erste EP habt ihr ein Kunstwort kreiert, was verbirgt sich dahinter?

Unsere EP heißt “Saudadich” und ist eine Mischung aus dem Portugiesischen mit dem Deutschen. “Saudade” ist schwierig zu übersetzen, aber es ist irgendetwas wie Sehnsucht und es ist sehr wichtig für die brasilianische Kultur. Saudade ist überall, auch auf der musikalischen Ebene. Und -dich oder -ig ist aus dem Deutschen, aus den Adjektiven im Grunde, also saudadig. Also lass dich von Sehnsucht ergreifen.

So beginnt auch gleich eure EP. Es geht um den aktuellen Monat Dezember.

“Dezembro” ist ein gutes Beispiel für diese unendliche Sehnsucht, was wir hier auch empfinden. Und nicht nur in Berlin und in Deutschland, sondern auch in Brasilien. Wenn wir da sind, haben wir Sehnsucht nach Hier. Aber Dezembro ist die Sehnsucht nach dem Süden. Das kommt immer am Ende des Jahres, wenn es kalt wird und die Familie weit weg ist. Dezembro ist sehr dunkel und kann einen mitnehmen in die Dunkelheit, obwohl es auch schöne Momente im Dezember gibt.

Seit über zehn Jahren beschäftigst du dich professionell mit Musik. Was bedeutet dir Musik?

Früher habe ich immer gedacht ich will elektronische Musik hören, weil die gibt mir keine Sehnsuchtsgefühle. So ist es mir ergangen, als ich nach Deutschland kam. Und danach habe ich das wiederentdeckt. Diese Gefühle müssen doch erweckt werden. Und Musik tut das.


http://www.funkhauseuropa.de/musik/musikserien/lokalmatador/sanima100.html

Stand: 16.12.2014, 18.00 Uhr